DFI TALK // Interview mit Lorenz Staffeldt

14. April 2023 Lorenz

DFI ALUMNI TALK  // Interview mit Lorenz Staffeldt

Lorenz Staffeldt ist nicht nur Alumni und DFI Stuff, sondern seit einiger Zeit auch ein toller Ausstellungsmacher. Wie es dazu gekommen ist, hat er Ida erzählt.

 

Lieber Lorenz, kannst du dich an deine erste Woche an der Design Factory International erinnern? Welche Gedanken gingen dir damals durch den Kopf?

Puuuh… einiges, glaub ich… Ich weiß noch, dass ich total überwältigt war vom ganzen Design in den Fluren der DFI. Es gab so viele Eindrücke und spannende, neue Menschen, dass ich (in der ersten Wochen) immer nur sehr schwer nach Hause gekommen bin.

 

Hattest du schon immer vor dich im kreativen Bereich beruflich zu orientieren?

Eigentlich ging alles los, als ein guter Freund mich das erste Mal an Photoshop herangeführt hat… Auf einmal hat sich für mich so was wie eine neue Welt aufgetan. Ich konnte mich so kreativ entfalten, wie ich es immer wollte… Zeichnen ist leider nicht meine Stärke, aber die Fotografie. Damit lässt sich in Kombination mit Photoshop halt eine Menge anfangen. Danach ging es weiter mit meinen ersten „Designs“. YouTube Kanalbanner und Intros. Natürlich ganz schlimm gestaltet aus heutiger Sicht. Damit war ich quasi angefixt.

 

Was hat dich, durch das Studium, am meisten geprägt?

Ich würde sagen meine Arbeitsweise und die Methodiken. Vorher war das alles einfach ein bisschen chaotisch und ich habe kreative Arbeit einfach mehr als Hobby gesehen. Hier an der DFI hat sich alles professionalisiert und ich habe neue Arbeitsmethoden für mich entwickelt. Ansonsten habe ich in der DFI-Zeit vor allem ein krasse persönliche Entwicklung gemacht. Vorher war ich eher introvertiert und habe alles nur mit mir selbst ausgemacht. Hier habe ich dann gelernt, wie gut und wichtig ein stetiger Austausch mit anderen Kreativen ist und dass andere Menschen auch einfach eine Bereicherung für mich persönlich sein können.

 

Was sind deine Highlights aus deiner Zeit als Student an der DFI?

Auf jeden Fall die realen Projekte und Jobs, die ich mit und über die DFI-Dozenten gemacht habe. Z.B. die Musikvideos mit Künstlern wie Ferris MC, aus denen dann weitere Projekte resultierten oder auch die Arbeit für die Altonale und die Hamburger Kunsthalle. Sowas ist immer toll, da man direkt mit echten (großen) Kunden in Kontakt kam. So konnte ich lernen, wie reale Projekte ablaufen müssen. Learning by doing war schon immer eine meiner liebsten Lernmethoden und das wurde mit diesen Kursen perfektioniert.

 

Irgendwann hast du nebenher begonnen als Werkstudent im Social Media Bereich tätig zu werden. Welche Herausforderungen kamen dabei auf dich zu und worin erkennst du die größten Unterschiede zu deiner jetzigen Arbeit in diesem Bereich?

Zuvor war es noch „Spielerei“, ich hatte in dem Bereich noch nie gearbeitet und es eher als ein spaßiges Tool angesehen. Ein Tool, bei dem man seine Fotos und Arbeiten mit der Welt teilt. Durch u. a. Anna Tikh, meine Vorgängerin, habe ich dann gelernt, dass Social Media auf jeden Fall richtig Arbeit ist. Verrückt ist auch, wenn man eine ganze Schule an Kreativen hat, dass die Contentbeschaffung manchmal eine ganz schöne Hürde sein kann. Heute arbeite ich glücklicherweise in einem super Team mit dir (Ida-Erika, ebenfalls DFI Alumni). So vereinfacht sich einiges an Arbeit und ich kann einen Großteil der unliebsamen Aufgaben abgeben. Dickes Danke dafür!

 

Die DFI bietet ein ja großes Netzwerk in Hamburgs Kreativbranche. Du hast erwähnt, dass du durch unsere Dozierenden recht schnell an spannende Jobs gekommen bist. Wie sind deine Erfahrung z.B. bei den Drehs?

Schwer zu pauschalisieren. Eigentlich ist jeder Dreh immer anders, auch wenn es ein sehr ähnliches Outcome geben sollte. Das war auf jeden Fall ein großes Learning für mich. Einige Drehtage liefen eher chaotisch, andere hingegen schneller und besser als gedacht. Ich glaube, es ist wichtig, bei einem Dreh unvoreingenommen an die Sache heranzugehen. Es kann immer etwas passieren, sodass man improvisieren muss.Auf so was sollte man (zumindest mental) vorbereitet sein und nicht gleich verzweifeln. Da hilft einem auch die Experimentierfreudigkeit aus dem Studium. Ich kam häufig auf ausgefallene, aber dennoch sinnvolle Lösungen, die den „alten Hasen“ so nie gekommen wären. So kann man sich on Set super ergänzen. Allgemein habe ich gelernt, dass eine Kombination aus langjährigen Experten und neuen Kreativen immer ein guter Way to Work ist.

 

Einige kennen bereits die POP UP ART GALERIE für dessen Entwicklung du mitverantwortlich bist.
Was genau sind deine Aufgaben als Mitinitiator und wie genau hat das ganze begonnen?

Die POP UP ART GALERIE haben ein befreundeter Künstler und ich 2020 ins Leben gerufen. Zum ersten Lockdown war uns die Kunst in der Stadt einfach nicht mehr sichtbar genug. Also haben Sascha (Hans E. Art) und ich uns überlegt, wie es klappen könnte, ohne große Kosten für die Künstler:innen eine Ausstellungsmöglichkeit zu schaffen. Gesagt, getan und nachdem wir als Location die Eisdiele von Frau Meis akquiriert hatten, ging alles relativ schnell und wir stellten über 12 Wochen mit insgesamt 15 Künstler:innen aus. Zeitgleich startete aufgrund der großen Nachfrage die POP UP ART GALERIE 002 bei unseren Freunden in der Taugenichts Bar.

Im letzten Jahr haben wir nach einjähriger Pause dann unsere erste große Galerie (003) auf 700qm eröffnet, bei der wir über 2 Wochen insgesamt 50 Künstler:innen in 2 Gruppenausstellungen präsentieren konnten. Anschließend ging es Back to our Roots in einen Eisladen in Ottensen, wo wir noch einmal 3 Monate die verschiedenste Kunst, unter anderem in Kooperation mit der Galerie Oberfett, ausstellen konnten (004).

Ihr erschafft einen erfrischenden Raum für Nachwuchstalente und führt eine neue Norm der Mitarbeit zwischen Künstler und Galerien.
Was hat Euch dazu motiviert und habt ihr eine Bewegung dadurch insgesamt auch bei anderen gespürt?

Nach der Pandemie wurde uns klar, dass wir bezahlbaren (Ausstellungs-) Raum, gerade auch für junge Künstler:innen und Kreative, schaffen wollen. Wir behandeln alle Kunst gleich, bekannte Künstler:innen stellen auch mal neben eine*m Studierenden aus. Wir unterstützen bei der Präsentation der Kunst und probieren, alles möglich zu machen. Durch diese Variation, das menschliche Miteinander und den gemeinsamen Willen, die Kunst bestmöglich zu präsentieren entsteht eine unglaublich schöne Atmosphäre. Trotz des hohen Workloads gibt mir dieses Projekt unglaublich viel.

Was macht dir am meisten Spaß an deiner Arbeit als Kurator?

er Kontakt mit immer neuen und verschiedenen Künstler:innen. Der schönste Moment bleibt aber eigentlich immer wenn der Großteil der Arbeit schon vorbei ist und die Galerie oder die aktuelle Ausstellung das erste Mal ihre Türen für die Öffentlichkeit öffnet und wir mit Menschen aller Art ins Gespräch kommen.

Was kommt als nächstes?

Wir haben die Zusage für die POP UP ART GALERIE 005. 300qm auf einer Etage in der Hamburger Innenstadt. Unterstützt wird das Projekt von der Hamburg Kreativ Gesellschaft.

 

Welche persönlichen Ziele verfolgst du derzeit?

Ich möchte wieder mehr abschalten wenn ich zuhause bin. Ich habe die letzten Jahre viele Projekte mitgemacht und hab dann trotzdem nach wenigen Stunden Freizeit immer so ein Kribbeln in den Fingern gespürt und private Projekte angefangen. Ich
hatte immer etwas zu tun und ich bekam
zu wenig Schlaf.

 

Wenn du deinem „Erstie – Ich“ etwas mitteilen könntest, was wäre es?

Mach alles, was du mitnehmen kannst, mit. Versuche vor Ort in der DFI zu sein und nutze das Netzwerk. Höre auf andere und lasse dir immer alles zeigen!

 

Seit Mai 2023 ist Lorenz kein Teil der POP UP ART GALERIE mehr und fokussiert sich auf andere Projekte der Kunst.

 

Vielen Dank Lorenz für das tolle Interview und viel Erfolg für die neue Galerie!

 

 


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Interviewed by Ida-Erika Gencheva, Fotos von Lorenz Staffeldt (POP UP ART GALERIE)

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